Semester-Rückblick HoPo vom HS25
Ein weiteres intensives Semester Hochschulpolitik liegt hinter uns – geprägt von Sitzungen, Entscheidungen, vielen Gesprächen und teils auch Diskussionen mit Studierenden sowie EntscheidungsträgerInnen. Wir wollen euch updaten, wie der Stand der hochschulpolitischen Anliegen ist – spezifisch für den APV, aber auch Themen, die die gesamte ETH betreffen. Um den Rückblick besser zu verstehen, lohnt es sich weitere Infos zur HoPo auf der Webseite zu lesen.
PAKETH
An PAKETH, der kommenden grossen Umstrukturierung der Prüfungen und des akademischen Kalenders an der ETH, wird auf vielen Ebenen aktiv gearbeitet – am Institut, am Departement und ETH-weit. Damit PAKETH ab dem Herbstsemester 2028 reibungslos starten kann, müssen noch viele Punkte geplant und geklärt werden, insbesondere neue Studienreglemente, Prüfungsformate, Semester- und Prüfungspläne sowie die Abstimmung zwischen den verschiedenen Ebenen der ETH.
Verschiebung von PAKETH
Wie ihr sicherlich bereits erfahren habt, wurde der Start von PAKETH auf das Herbstsemester 2028 verschoben. Grund für die Verzögerung ist der ursprünglich straffe Zeitplan, der aufgrund personeller Engpässe in zentralen Stellen nicht eingehalten werden kann. Zudem gestaltet sich die Koordination zwischen PAKETH und dem „Digital Campus“ – der Plattform, die künftig Moodle ersetzen soll – komplexer als erwartet. Der nun entzerrte Zeitplan soll unter anderem dazu genutzt werden, die Umstellung der Lehre sorgfältiger zu planen.
Am Institut (IPW):
Die für Pharmazie zuständige Unterrichtskommission (UK) hat uns einen Vorschlag für die neuen Studienreglemente für den Bachelorstudiengang Pharmazeutische Wissenschaften und die beiden Masterstudiengänge Pharmazie und Pharmaceutical Sciences vorgestellt, um darüber in der Zukunft abzustimmen. Während die genauen Inhalte noch inoffiziell und vertraulich sind, können wir ein wenig über den Ansatz der UK und über unser Feedback zu den Studienreglementen berichten.
Das Ziel ist die Symmetrisierung des Studienjahres. Das bedeutet: Das Herbst- und Frühlingssemester werden gleichwertig behandelt.
- Keine Jahreskurse mehr: Es gibt keine riesigen Prüfungen im Sommer mehr, die den Stoff eines ganzen Jahres abfragen.
- Prüfungsdynamik: Ihr schreibt Prüfungen nun direkt nach dem jeweiligen Semester. Es werden also mehr Termine, dafür sind die einzelnen Prüfungen weniger umfangreich.

Abbildung: Der geplante akademische Kalender ab HS28.
Da das alte System wegfällt, führt die ETH drei Kategorien für Module ein, die sich in ihrer Kompensierbarkeit unterscheiden:
- Pflichtmodule (keine Kompensation): Vor allem Labore und Praktika. Hier gibt es keinen Spielraum – diese müssen einzeln bestanden werden.
- Pflichtmodule mit Kompensation: Das betrifft den Grossteil eurer Fächer. Eine ungenügende Note kann durch bessere Noten in verwandten Fächern derselben Kategorie ausgeglichen werden (ähnlich wie Blockprüfungen).
- Wahlpflichtmodule (Ausgleich nach Wahl): Hier ist das Ziel das Erreichen einer bestimmten ECTS-Summe. Ihr müsst also genug Credits in der Kategorie sammeln, um zu bestehen, was euch mehr Flexibilität bei der Fächerwahl gibt.
In den Masterstudiengängen des Instituts werden die Hauptfächer erneut akkreditiert. Wie im Bachelorstudiengang ist es nicht mehr möglich, nicht bestandene Prüfungen durch Kompensationsfächer auszugleichen. Inwiefern nicht bestandene Prüfungen ausgeglichen werden können, ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
Die ECTS werden auf Basis einer externen Workload-Analyse an den tatsächlichen Aufwand eines Faches angepasst – Das sind aus unserer Sicht positive Entwicklungen, weil anspruchsvolle Fächer und Praktika jetzt mehr belohnt werden.
Dass das dritte Bachelorjahr aufgrund des intensiven Labors häufig als besonders anstrengend empfunden wird, ist der UK bewusst. Auch wir haben dieses Feedback eingebracht.
Jedoch kann man aus zwei Gründen keine sehr grossen Veränderungen an unserem Studienplan durchsetzen:
- Pharmazie untersteht dem Eidgenössischen Medizinalberufegesetz. Somit ist strikt geregelt, welche Fächer wir haben und welche Kompetenzen wir uns aneignen müssen.
- Fächer zwischen den Studienjahren schieben ist praktisch unmöglich, da manche Jahrgänge Fächer nun doppelt hätten oder es für sie nicht angeboten wird.
Trotz dieser Einschränkungen probieren wir, die Geschehnisse so zu lenken, dass Pharmazie studierbar bleibt und die Prüfungen trotz der kürzeren Lernphase machbar bleiben.
Wir als APV setzen uns dafür ein, dass es insbesondere im 3. Jahr gegen Ende des Semesters keine Praktika mehr gibt, damit man sich bereits während des Semesters besser auf die Prüfungen vorbereiten kann. Die Prüfungsphasen sollen so geplant werden, dass nicht besonders viele lernintensive Fächer in einem Semester geschrieben werden müssen.
Es finden bereits jetzt Gespräche mit den Professor:innen statt, um bestimmte Fächer an die Anforderungen des Pharmaziestudiums anzupassen.
Generell: Da die Lernphasen zugunsten von früheren Prüfungen und längerer vorlesungsfreier Zeit verkürzt werden, müssen die einzelnen Vorlesungen auch inhaltlich angepasst werden. Das ist jedoch Sache der einzelnen Dozierenden und wir haben leider keinen direkten Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung innerhalb von Gesprächen an der UK. Dennoch werden wir im kommenden Semester einzeln auf die Dozierenden zukommen, sie bezüglich ihrer Planung fragen und Feedback geben und somit versuchen, die Lehre positiv zu beeinflussen. Die Dozierenden sowie auch das Institut verwenden die Resultate der Unterrichtsbeurteilungen als Referenz. Deshalb: Bitte füllt die Unterrichtsbeurteilungen aus, damit die Resultate für die Planung von PAKETH repräsentativ sind.
An der gesamten ETH
Die Planungen zu PAKETH laufen ebenso auf Ebene der gesamten ETH, und wir können uns über Workshops und Sitzungen dabei beteiligen und die Bedürfnisse der Studierenden und des APVs vertreten.
Ab 2028 soll es künftig eine Onboarding-Week geben mit verschiedenen organisatorischen Einführungsveranstaltungen und Social Events, an denen sich die Fachvereine auch beteiligen wollen. Dort sollen die neuen Studierenden für den Bachelor begrüsst und eingeführt werden, sowie mit spezifischem ETH Know-How ausgestattet werden.
Fachvereinsrat (FR) und Mitgliederrat (MR)
Der APV vertritt euch im FR und MR gegenüber dem VSETH, anderen Fachvereinen und Kommissionen. Dort stimmen wir über aktuelle Themen ab und werden über hochschulpolitische Entwicklungen an der ETH informiert. Wichtige Themen in diesem Jahr waren:
- Planung eines neuen Gebäudes (HIC) am Hönggerberg, das als moderner Ersatzbau für das HXE (mit LochNess, Eventlocations und Büros) dienen soll. Es sollen Büros für die Fachvereine und Lernplätze entstehen, aber auch Veranstaltungsflächen geben. Geplant ist der Bau bis 2030.
- Nachhaltigkeit an der ETH: Es wurde viel über die Möglichkeit für Plant-Based Mensen und nachhaltigere Events (z.B. vegetarisch und ohne Einweggeschirr) diskutiert, aber es wurden keine konkreten Beschlüsse getroffen.
- Der SOSETH, der als Alternative zum VSETH gegründet wurde, ist nun offiziell mit dem VSETH assoziiert. Die Zusammenarbeit beschränkt sich aber weitestgehend auf die Bereitstellung von Infrastruktur vom VSETH an den SOSETH.
- Die OrganisatorInnen der Polymesse haben nach einer demokratischen Antwort auf die Frage, welche Firmen zur Messe eingeladen werden sollen, gefragt. Der FR hat sich so entschieden, dass in der Zukunft weiterhin alle Firmen die Möglichkeit bekommen sollen, sich an der Polymesse zu präsentieren, auch wenn sie in bestimmten Belangen als problematisch gelten. Eine objektive und faire Bewertung der einzelnen Firmen gilt als schwer realisierbar, und auch finanzielle Aspekte spielten in der Entscheidungsfindung eine Rolle.
Wenn euch bestimmte Themen genauer interessieren oder ihr Fragen habt, kontaktiert die HoPos oder lest die VSETH Protokolle, die sind öffentlich 🙂
Departementskonferenz (DK)
In der DK werden Anliegen des Departements und aktuelle Themen besprochen. Dabei werden der Departementsvorsteher gewählt, verschiedene Bilanzen präsentiert, Professuren geplant und Dozierende für Auszeichnungen geehrt. Ausserdem werden Änderungen der Studienreglemente besprochen und die Anliegen der Studierenden gehört.
Insgesamt war die DK dieses Semester weniger zentral für die Angelegenheiten des APVs, da PAKETH insbesondere in der UK besprochen wird – und das einen Grossteil unserer Beteiligung erfordert.
Schlusswort
Dieses Semester hat gezeigt, wie komplex ETH-weite Reformen sind, und wie wichtig es ist, dass Studierende von Anfang an direkt eingebunden sind.
Wie ihr hoffentlich seht, sind wir bemüht, die Studierenden in den verschiedenen Gremien zu vertreten und die richtigen Weichen zu stellen. Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn ihr Interesse habt, selber mitzuwirken oder falls noch weitere Fragen bestehen, meldet euch gerne bei uns (hopo@apv.ethz.ch) – wir sehen uns an der VV am 24.02.2026 🙂
Eure HoPos
Reto, Emilia und Fred